Inzwischen ist die heiße Phase vorbei, dafür sieht man das Ganze nun in seiner Vollständigkeit. Sicherlich ist der Leser nun geneigt, nach dem Inhalt dieses ominösen O2 Memory Projects zu fragen.
Nun.
Das Leben in unseren Städten rauscht an uns allen vorbei, ohne dass das Alltägliche, das ja doch den größten Teil unserer Wahrnehmung bestimmt, jemals in die Annalen Einzug halten könnte. Das Leben der Stadt wird wurde bisher nicht dokumentiert. Jason Bruges hat sich dieses Themas angenommen und ein Cyclorama erschaffen, das eben dieses Leben dokumentiert.
Es besteht aus einem begehbaren Zylinder, der verschiedene britische Städte dokumentiert, indem er minütlich elf Bilder von den Kameras an seiner Außenwand schießt und diese sowohl in seinem Inneren als auch auf der Projektwebsite verfügbar macht. Beide – das Zylinderinnere und die Webseite – haben nette Gimmicks. So befinden sich im Zylinder Displays, die einen Blick auf das ermöglichen, was die Kamera an der anderen Seite der Wand gesehen hat. Nähert man sich dem jeweiligen Schirm, so reist man in die Vergangenheit. Bleibt man stehen und geht einmal im Kreis, so sieht man, welche Bilder die anderen Kameras just in diesem Moment aufgenommen haben. Die Webseite nun ermöglicht es einerseits, durch eben diese fotografierten Ringe – Zylinder! – zu scrollen; andererseits bietet sie die Möglichkeit, mittels Webcam eigene Ringe zu erstellen, die dann sowohl auf der Webseite als auch via Facebook sichtbar sein können.
Wie üblich bestand unsere Aufgabe im wenig Sichtbaren, aber Wesentlichen: Wir durften die Server einrichten. Nun, es ist ein Failoversystem bestehend aus zwei Athlon 64 X2 5600+ bestückt mit jeweils 4GB RAM und natürlich auch einem Gigabitanschluß. Dort spielten wir ein gehärtetes gentoo Linux auf und konnten schlussendlich noch die Performance von Webserver und Datenbank ein wenig optimieren.
Links:
Bilder:
Zunächst der Zylinder selbst…

… ein kurzer Blick ins Innere…

… und schlussendlich die Silhouette, in der der Zylinder seine Umgebung «filmt»